Rafael Kasma

Rafael Kasma

Biography

Bereits sehr früh waren für Rafael die Weichen in Richtung Musik gestellt - jedoch hielt dies nicht all zu lange. Im Alter von sechs Jahren entschied er sich gegen sein Cello und entdeckte dafür den Kanusport für sich. Was spielerisch aus dem Bielersee begann, entwickelte sich schnell zum Leistungssport und ein paar Jahre später war er zu einem stolzen Mitglied des Nationalkaders im Kanuslalom geworden. Es folgten intensive Jahre mit vielen Rennen und Trainingslager inn- und ausserhalb der Schweiz, wobei die Motivation immer die Freude am Sport blieb.

Was genau der Auslöser war, welcher ihn zum Auflegen bewegte, kann er heute nicht genau erklären. Irgendwie war dieses Interesse plötzlich da und baute sich langsam aber stetig auf. Einem Kollegen konnte er schliesslich einen gebrauchten DJ-Controller abkaufen und war somit in der Lage, seine ersten eigenen Erfahrungen zu sammeln. Ziemlich schnell wurde ihm klar; darin will ich weiter kommen!

Mitte Dezember 2012 war es dann soweit. In der familiären Raumbar der Kulturfabrik Kofmehl, durfte Rafael - damals noch als "Introvert" - zum ersten Mal in einem Club das Intro spielen. Sein Sound damals: Trash Electro, bald ergänzt durch Dubstep und Drum & Bass. Haezer, Fukkk Offf, Black Sun Empire, Koan Sound oder Liquid Stranger waren einige der Namen, sie sowohl Kasmas Playlists als auch sein Program im Ausgang oder an Festivals prägten.

Mit House und Techno hingegen konnte er damals wenig bis garnichts anfangen - "tönt ja eh alles gleich!". Doch dies änderte sich, als er - im Gaskessel in Bern - zum ersten Mal selbst eine Deep- Tech-House Party erlebte. Dass diese so simpel produzierten Tracks eine solch überwältigende Stimmung in einen Club bringen konnten, beeindruckte ihn. Jegliche Vorurteile, welche Rafael gehenüber dieser Musik hatte, verschwanden ziemlich schnell und solange dies nicht vom Rahmen von Partys eingeschränkt wurde, schlichen sich immer mehr House- und Technotracks in seine Sets ein.

Zusammen mit alten Schulkollegen aus Lyss gründete er ungefähr zeitgleich mit seinem ersten Gig den Verein KonterBass. Gemeinsam organisierten sie - zuerst in Waldhütten, später in der Opposition Lyss und der KUFA Lyss - Parties, wobei Rafael nebst der Kommunikation mit den jeweiligen Clubs auch fürs Booking der DJs zuständig war. Es überrascht also nicht, dass diese Events einen ähnlichen musikalischen Verlauf wie Kasma selbst hatten. Mit der Zeit bewegten sich Rafaels Interessen immer mehr in Richtung Musik und weg von Parties mit grossem Zielpublikum, weshalb er sich nach etwa zwei Jahren gemeinsamen Wirkens von dem Verein trennte.

Mit dem Ziel, Parties organisieren zu können, bei welchen die Musik erste Priorität hat, gründete er mit zwei Freunden aus Bern kurze Zeit später das Kollektiv Nanum. Damit der musikalische Teil in der Organisation genug Platz hat, wurde die Anzahl Events mit etwa zwei Pro Jahr deutlich kleiner, als dies noch bei KonterBass der Fall war. Dies jedoch auch weil Nanum nun ausschliesslich in Bern aktiv sein sollte, wo sich in Clubs weniger potenzielle Daten fanden. Das Organisieren von Parties nahm nun weniger Zeit in Anspruch, wodurch sich Rafael wieder ein Stück weiter im die eigene Musik vertiefen konnte.

Vorallem die Begeisterung für die Produktion elektronischer Musik war mittlerweile gross. Trotzdem war der Einstieg in besagte Musikproduktion natürlich nervenzerreissend. Als diese Hürde
jedoch mal überwunden war oder spätestens vom Moment an, wo durch das Musizieren und Komponieren tatsächlich ein Song-artiges Produkt entstand, nahm die Motivation zu und es wurde schwierig, Rafael vom Produzieren abzuhalten. Wärend er dadurch den verschiedensten auf Nerd-Klischees beruhenden
Sprüchen und Spitznamen ausgesetzt war, mussten sich seine Mitmenschen regelmässig seine neusten Musikstücke anhören - was nicht nur auf Begeisterung traf.

Nach mehreren Jahren Produzieren mit auf dem Schoss liegendem Laptop hat er heute zusammen mit den zwei Freunden Raphael Salvi und Kevin Villar ein Studio in der Länggasse, wo nicht nur die Räumlichkeit gemeinsam genutzt, sondern auch Begeisterung für die gleiche Musik geteilt wird.